Mittwoch, 29. April

FREIRĂ„UME

Mitten in der Woche einmal durchatmen. Mitten am Tag ein Moment Stille. Ein Freiraum - für mich und für Gott.

Das ist die Idee hinter unserer Andachtsreihe "Freiraum am Mittag". Ehrenamtliche gestalten diese kleine stille Andacht jeden Mittwoch um 12 Uhr in der Petrikirche. Die heutige Andacht wurde gestaltet von Gabriele Schliep.

Auch diese Andacht kann - wie alles andere - zur Zeit nicht in der Kirche stattfinden. Wir laden Sie ein, sie für sich zu feiern, allein oder mit den Menschen in Ihrer Hausgemeinschaft!

Vorbereitung

Suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie möglichst ungestört sind.

Vielleicht können Sie sich Ihren Andachtsplatz ein bisschen ausgestalten. Mit einem Kreuz oder einer Blume. Zünden Sie gerne auch eine Kerze für sich an.

Fotos: Dieter Schwandt

FREIRAUM AM MITTAG

Glockenläuten

Mittags um 12 Uhr läuten die Glocken.
Lassen Sie für sich die Glocken der Petrikirche läuten.

Osterruf

Der Herr ist auferstanden, 
er ist wahrhaftig auferstanden!

Musik zur Einstimmung

Unser Kantor Dietmar Zeretzke spielt für uns an der Orgel der Petrikirche den Oster-Choral Christ ist erstanden. Singen Sie mit, wenn Sie mögen!

Christ ist erstanden
von der Marter alle;
des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden,
so wär die Welt vergangen;
seit dass er erstanden ist,
so lobn wir den Vater Jesu Christ’.
Kyrieleis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja!
Des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Text: Bayern; Österreich 12. bis 15. Jh.
Melodie: Salzburg 1160/1433, Tegernsee 15. Jh., Wittenberg 1529

Losungswort

Die Herrnhuter Losung für den heutigen 29. April 2020 steht im Buch Prediger, Kapitel 9, Vers 10:

Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu.

Den Lehrtext dazu finden wir im Brief an die Römer, Kapitel 12, Vers 11, wo Paulus schreibt:

Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn.

Gebet

Dazu passt ein Gebet Martin Luthers:

»Herr, ich bin ein fauler Esel, darum komme ich zu dir, damit du mir hilfst und mein Herz anzündest.«

Gedanken zu Misericordias Domini

Der Friede Gottes sei mit uns allen!

Der Sonntag, mit dem diese Woche begann, war der 2. Sonntag nach Ostern. Er erinnert mit seinem Namen MISERICORDIAS DOMINI an Gottes Barmherzigkeit. Er wird auch der SONNTAG VOM GUTEN HIRTEN genannt.

Vom »guten Hirten« erzählt uns auch der Wochenspruch Johannes 10,11a.27+28:

Christus spricht:
Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

Wenn wir diese Verse hören, haben wir sofort Bild und Ton vor Augen: Eine Schafherde – wir hören das Blöken; ein Hirte, vielleicht mit großem Hut und Pfeife, mit Hunden, die um die Schafherde herumflitzen – wir hören ihr Bellen.

Ein Bild der Ruhe und Gelassenheit.

Bitte versuchen Sie, sich in dieses Bild hineinzuversetzen.

Stille

Lied EG 274 Der Herr ist mein getreuer Hirt

1. Der Herr ist mein getreuer Hirt,
hält mich in seiner Hute,
darin mir gar nicht mangeln wird
jemals an einem Gute.
Er weidet mich ohn Unterlass,
da aufwächst das wohlschmeckend Gras
seines heilsamen Wortes.

2. Zum reinen Wasser er mich weist,
das mich erquickt so gute,
das ist sein werter Heilger Geist,
der mich macht wohlgemute;
er führet mich auf rechter Straß
in seim Gebot ohn Unterlass
um seines Namens willen.

3. Ob ich wandert im finstern Tal,
fürcht ich doch kein Unglücke
in Leid, Verfolgung und Trübsal,
in dieser Welte Tücke:
Denn du bist bei mir stetiglich,
dein Stab und Stecken trösten mich,
auf dein Wort ich mich lasse.

4. Du b’reitest vor mir einen Tisch
vor mein’ Feind’ allenthalben,
machst mein Herz unverzaget frisch;
mein Haupt tust du mir salben
mit deinem Geist, der Freuden Öl,
und schenkest voll ein meiner Seel
deiner geistlichen Freuden.

5. Gutes und viel Barmherzigkeit
folgen mir nach im Leben,
und ich werd bleiben allezeit
im Haus des Herren eben
auf Erd in der christlichen G’mein,
und nach dem Tode werd ich sein
bei Christus, meinem Herren.

Text: Augsburg 1531
Melodie: Johann Walter 1524

Der Text dieses Liedes – das haben Sie sicher gemerkt – gibt den bekannten Psalm 23 wieder. Den können wir wohl fast alle auswendig. Viele haben ihn im Konfirmanden-Unterricht gelernt.

Wir hören ihn als liturgischen Gesang, gesungen von Dietmar Zeretzke. Sie sind eingeladen, den ersten Vers als Kehrvers mitzusingen!

Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.

     Der Herr ist mein Hirte,
     mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.

     Der Herr ist mein Hirte,
     mir wird nichts mangeln.

Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

     Der Herr ist mein Hirte,
     mir wird nichts mangeln.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.

     Der Herr ist mein Hirte,
     mir wird nichts mangeln.

Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.

     Der Herr ist mein Hirte,
     mir wird nichts mangeln.

Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.

     Der Herr ist mein Hirte,
     mir wird nichts mangeln.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herren immerdar.

     Der Herr ist mein Hirte,
     mir wird nichts mangeln.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit.
Amen.

     Der Herr ist mein Hirte,
     mir wird nichts mangeln.

Gebet

Im Evangelischen Gesangbuch unter Nr. 822 finden wir ein Gebet, das uns in dieser „Corona-Zeit“ Mut machen will:

Gott, gib mir Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Alles, was uns jetzt auf dem Herzen liegt, erbitten wir mit den Worten, die Jesus Christus uns gegeben hat:

Vater unser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigem.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen

In allem, was geschehen mag, erbitten wir Gottes Segen:

Gott, Vater und Hirte, bewahre und beschütze uns
und alle, die uns anvertraut sind,
und gib uns deinen Frieden.
Amen.